Im Jahr 2025 führte das Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS) eine Erhebung zu besonders schutzbedürftigen Geflüchteten in acht Berliner Unterkünften durch. Insgesamt wurden Daten zu 1.581 Bewohner:innen ausgewertet. Die Untersuchung zeigt einen hohen Anteil besonders schutzbedürftiger Bewohner:innen sowie erhebliche Herausforderungen bei Unterbringung und Versorgung.
In den befragten Unterkünften lag der Anteil besonders schutzbedürftiger Geflüchteter bei insgesamt 61 %. In einzelnen Unterkünften betrug der Anteil sogar nahezu 90 %.
Besonders häufig erfasst wurden:
- Minderjährige
- alleinreisende Frauen
- Alleinerziehende
- Menschen mit psychischen Erkrankungen
Darüber hinaus wurden Schutzbedarfe im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft oder Gewalterfahrungen dokumentiert.

Herausforderungen bei Unterbringung und Versorgung
Die Unterkünfte berichteten von erheblichen Defiziten bei der Versorgung besonders schutzbedürftiger Bewohner:innen. Genannt wurden unter anderem:
- mangelnde Barrierefreiheit
- nicht bedarfsgerechtes Essen
- unzureichende bauliche Bedingungen
- mangelnder Schutz der Bewohner:innen
- nicht bedarfsgerechte Unterbringung von Menschen mit psychischen Erkrankungen
- eingeschränkter Zugang zu psychotherapeutischer und medizinischer Versorgung
Identifizierung von Schutzbedarfen
Die Erhebung zeigt außerdem Herausforderungen bei der frühzeitigen Identifizierung von Schutzbedarfen. Insbesondere psychische Erkrankungen, Gewalterfahrungen oder queere Identitäten bleiben häufig unerkannt oder werden erst spät thematisiert.
Als Ursachen nannten die Unterkünfte unter anderem fehlende Ressourcen, mangelnde Sprachmittlung und fehlendes Vertrauen der Betroffenen.

Handlungsempfehlungen
Der Bericht enthält zudem Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgungssituation in Berlin. Dazu gehören der Ausbau bedarfsgerechter Unterbringung, Verbesserung des Zugangs zu Fachberatungen und Angeboten sowie ein verbesserter Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Der vollständige Bericht steht hier als PDF zum Download bereit:

