Ab dem 12. Juni 2026 stehen die segregierten Schulen für geflüchtete Kinder im offenen Widerspruch zu europäischem und deutschem Recht. Darauf machen der Arbeitskreis Junge Geflüchtete des Berliner Flüchtlingsrats, das Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS) und die GEW BERLIN aufmerksam. „Während die EU den gleichberechtigten Zugang geflüchteter Kinder zum regulären Bildungssystem vorschreibt, hält Berlin an segregierenden Schulstrukturen wie in Tegel und Tempelhof fest und baut neue auf, wie in den Unterkünften in der Hasenheide und in Lichtenberg.“ führt Andrea Haefner vom Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen, aus. „Wir fordern die sofortige Umwidmung der Segregationsschulen und die Aufnahme der wenigen dort lernenden Kinder und Jugendlichen in umliegende Schulen“, so Haefner.
Die Reform des gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) und dessen nationalen Anpassungsgesetze treten in den EU-Mitgliedsstaaten am 12.6. in Kraft mit vielfältigen Verschärfungen und Beschränkungen auch für Kinder und minderjährige Jugendliche. Im Bildungsbereich sieht GEAS jedoch die Gleichstellung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie den Zugang zur Regelschule spätestens zwei Monate nach Asylantragstellung vor. (Art. 16 EU-Aufnahmerichtlinie 2024/1346)
„Alle Kinder sollen an regulären Schulen lernen. Regelschulen sind der beste Ort für Kinder und Jugendliche – nicht nur um zu lernen, sondern um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, neue peer to peer Beziehungen aufzubauen und sich zu integrieren. Wir fordern eine Gesamtstrategie des Senats und der Bezirke. Gleiche Chancen und Rechte für alle Kinder in Berlin!” fordert Felicia Kompio, Vorsitzende der GEW BERLIN. Kompio weiter: „Für dieses bildungspolitische Desaster wurden bereits 11,4 Millionen Euro Steuergelder ausgegeben. Dieses Geld sollte in die Integration investiert werden und nicht in die Separation.“
„Beschämend ist auch, dass die segregierten Schulen formal als Filialen der internationalen Nelson-Mandela-Schule geführt werden. Nelson Mandela kämpfte sein Leben lang gegen institutionelle Ausgrenzung, Diskriminierung und für gleiche Bildungschancen. Dass ausgerechnet eine Schule mit seinem Namen diese Sonderstrukturen verwaltet ist ein bildungspolitischer und moralischer Skandal”, kritisiert Daniel Jasch, Vorstandsmitglied des Berliner Flüchtlingsrats. „Wir fordern den Schutz vor Diskriminierung sowie Teilhabe und Integration von Kindern und Jugendlichen über das Regelschulsystem.“
Pressekontakte:
Daniel Jasch
Arbeitskreis Junge Geflüchtete des Berliner Flüchtlingsrats und Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Geflüchtete und Migrant:innen (BBZ)
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Andrea Haefner
Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS)
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GEW BERLIN
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