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Berliner Bündnis fordert ein Ende der Segregationsbeschulung von geflüchteten Kindern

Zum Tag der Kinderrechte fordert ein Zusammenschluss von 80 Organisationen, darunter das BNS, die Bildungssenatorin auf, neue Schulstandorte in Geflüchtetenunterkünften zu stoppen. Bei einer Aktion vor dem Abgeordnetenhaus machte das Bündnis unter #DasIstKeineSchule darauf aufmerksam, dass isolierte Beschulung Kinderrechte verletzt und Integration verhindert.

Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November 2025 wendet sich ein Bündnis von 80 zivilgesellschaftlichen Organisationen in einem offenen Brief an Bildungssenatorin Günther-Wünsch (CDU) und fordert sie auf, die Pläne für weitere Segregationsschulstandorte in Geflüchtetenunterkünften sofort zu stoppen und allen Kinder Schulplätze an Regelschulen bereitzustellen. Erstunterzeichnende Organisationen sind das Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Geflüchtete und Migrant*innen (BBZ), das Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS), der Flüchtlingsrat Berlin e.V., die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) BERLIN, der Migrationsrat Berlin e.V. sowie XENION – Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. 

Ca. 20 Vertreter:innen der mitzeichnenden Organisationen versammelten sich am Donnerstagmorgen vor dem Abgeordnetenhaus, um den Brief an die Bildungssenatorin zu übergeben. Begleitet wurde die Aktion unter dem Hashtag #DasIstKeineSchule von einer künstlerischen Installation: Auf einer skizzierten Berlin-Karte wurden fünf Container positioniert, die bestehende und geplante Standorte von Schulen in Unterkünften darstellen. Umwickelt mit Draht, verdeutlichten diese die Isolation der Kinder.

“Wir nehmen nicht hin, dass der Senat zunehmend in neuen Großunterkünften weitere Schulstandorte plant. Geflüchteten Kindern und Jugendlichen wird so der gleichberechtigte Zugang zu Bildung und Teilhabe verwehrt. ” kritisierte Djairan Jekta vom Flüchtlingsrat Berlin.

“Was zuvor als Notlösung definiert wurde, wird schrittweise schon seit einer Weile zum neuen Standard ausgebaut. Geflüchteten Kindern und Jugendlichen nicht den gleichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, widerspricht dem Recht auf diskriminierungsfreie Bildung,” machte Ed Greve vom Migrationsrat Berlin deutlich.

“Alle Kinder und Jugendlichen gehören gemeinsam in die regulären Schulen. Dort lernen sie – mit und ohne Fluchterfahrung – miteinander und voneinander. Das stärkt nicht nur die Sprachkompetenzen, sondern auch die soziale Integration”, erläuterte Gökhan Akgün, Vorsitzender der GEW BERLIN.

Janina Meyeringh, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin bei XENION, unterstrich die psychologischen Folgen der isolierten Beschulung: „Anstatt die Kinder und Jugendlichen durch einen regulären Schulalltag emotional zu stabilisieren, werden psychische Belastungen erhöht und negative Folgen für deren Entwicklung, soziale Integration und Bildungschancen in Kauf genommen.”

Die segregierte Beschulung ist auch für Wahed Khan von Jugendliche ohne Grenzen und vom BBZ der völlig falsche Weg. Er Von allen Seiten wird gefordert, dass wir uns integrieren. Und was macht der Senat? Er nimmt uns den wichtigsten Ort zur Teilhabe – die Schule.“

Andrea Haefner vom Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen kommentierte: „Dass die Senatorin nicht einmal persönlich kommt, um sich unserer Kritik zu stellen, spricht Bände. Berlin bricht bewusst internationales und europäisches Recht sowie sein eigenes Schulgesetz. Anstatt unsere Expertise ernst zu nehmen, werden wir ignoriert und Segregationsschulen einfach weiter geplant.“

Fotos zur honorarfreien Verwendung ab 14:30 Uhr (Quelle: Michael Unger, DieOffeneBlende e.V.): hier.

Den offenen Brief finden Sie hier: https://fluechtlingsrat-berlin.de/wp-content/uploads/2025_11_13-offenerbrief_dasistkeineschule-1.pdf

Pressekontakte:

Janina Meyeringh, Geschäftsführung XENION e.V. und Mitglied Arbeitskreis junge Geflüchtete des Berliner Flüchtlingsrats (015127198540)

Daniel Jasch, BBZ Berlin und Mitglied Arbeitskreis junge Geflüchtete des Berliner Flüchtlingsrats (030 66640721)

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