Über Uns
Das Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen (BNS) ist ein Zusammenschluss von sieben Nichtregierungsorganisationen (NGOs) – die Fachstellen des BNS. Das Netzwerk setzt sich für die Durchsetzung der Rechtsansprüche und somit für die Verbesserung der Lebenssituation von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Menschen in Berlin ein. Grundlage unserer Arbeit ist die EU-Aufnahmerichtlinie 2013 (RL 2013/33/EU) bzw. (EU) 2024 (2024/1346).
Im Jahr 2008 wurde das BNS ins Leben gerufen. Das Netzwerk entwickelte zusammen mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales (SenGesSoz) ein dreistufiges Verfahren der Identifizierung, Feststellung und Versorgung besonders schutzbedürftiger geflüchteter Menschen in Berlin.
Herzstück des Projektes ist die Beratung von geflüchteten Menschen durch Sozialarbeiter:innen, Therapeut:innen und Psycholog:innen (siehe Zielgruppenseite).
In diesen Beratungsgesprächen werden:
- die Schutzbedürftigkeit festgestellt
- individuelle Bedarfe ermittelt
Auf Wunsch wird eine Bescheinigung über die Schutzbedürftigkeit und die Bedarfe der Person ausgestellt. Nach den Gesprächen werden Betroffene bei der Antragsstellung, Kommunikation mit Behörden und weiteren Schritten unterstützt, um eine bedarfsgerechte Versorgung zu erhalten. Die Bedarfe sind individuell und können etwa gesundheitliche einschließlich psychologischer Bedarfe, sozialrechtliche (Mehr-) Bedarfe, kinder- und jungendrechtliche Themen, Bedarfe im Kontext von Behinderungen, geschlechtsbezogene Bedarfe umfassen.
In Bezug auf eine bedarfsgerechte Unterbringung werden Antragsstellende beispielsweise unterstützt beim Zugang zu:
- Barrierefreie Unterbringung
- Geschützten Unterbringung (z.B. für Frauen oder LSBTI*-Personen)
- Unterbringung in Einzelzimmern
- Unterbringung in eigenen Wohnraum oder besonderen Wohnformen (z.B. betreute Wohnformen, Pflegeeinrichtungen).
Ziel ist die angemessene Versorgung von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Personen in Berlin. Das soll bestenfalls im Rahmen der Regelversorgung geschehen (dazu hat der Flüchtlingsrat Berlin einen Ratgeber herausgegeben, S.176ff). In der Praxis ist dies nicht immer möglich, so dass die Rechtsansprüche besonders schutzbedürftiger Menschen teilweise unerfüllt bleiben.
Daten, Monitoring und politische Arbeit
Im Bereich Daten und Monitoring erheben wir systematisch:
- Bedarfe und Versorgungslagen
- Versorgungslücken
- Menschenrechtliche Aspekte, z. B. Abschiebungen besonders schutzbedürftiger Geflüchteter in Berlin (siehe Abschiebemonitoring)
Die Erfahrungen der BNS-Fachstellen hinsichtlich Herausforderungen und strukturellen Problemen in Berlin sind daher die Grundlage für unsere politische Arbeit. Diese werden an Entscheidungsträger:innen in Berlin herangetragen. Das Ziel ist, auf politischer Ebene langfristige Verbesserungen für geflüchtete Menschen in Berlin zu erwirken.
Schulungen der Fachstellen
Mitarbeiter:innen der BNS-Fachstellen bieten Schulungen (siehe Schulungsangebote) für verschiedene Akteure an, z. B. für Mitarbeiter:innen in Unterkünften.
Die Schulungen vermitteln Kenntnisse zu BNS-spezifischen Themen, wie:
- Traumata
- rechtliche Grundlagen besonderer Schutzbedürftigkeit
- praktische Ansprüche von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Menschen
Fachstellen des BNS
Die sieben Fachstellen bieten individuelle Beratungen an:
Bei Anfragen bei Beratungen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweilige Fachstelle.
